Geschichte

Hägglingen

Die erste feste Besiedlung unseres Gemeindegebietes erfolgte wohl durch die Römer im Zusammenhang mit dem Militärlager Vindonissa, von wo aus die Steinbrüche in der Nachbargemeinde Mägenwil ausgebeutet wurden. Allerdings weisen Ausgrabungen darauf hin, dass unsere Gegend schon zur Hallstattzeit mindestens zeitweise bewohnt war.
 

Historisch

Der Ortsname „Hägglingen“ ist alemannischen Ursprungs und bedeutet „bei den Leuten des Haccilo“.
 
Grundbesitzer und Herren von Hägglingen waren später insbesondere die Grafen von Lenzburg. Graf Bero, Gründer des Chorherrenstiftes Beromünster, liess auch in Hägglingen das erste hölzerne Kirchlein bauen. Sein Nachfolger, Graf Ulrich von Lenzburg, schenkte dieses im Jahre 1036 samt dem Meierhof von „Hekelingen“ dem Stifte Beromünster. Dies ist die erste urkundliche Erwähnung unserer Gemeinde; das 950-Jahr-Jubiläum ist 1986 gebührend gefeiert worden.
 

Kirche von "Hackelingen"

Nach den Lenzburgern waren die Kyburger und später die Herren von Hallwyl (1273) Schutzherren von Hägglingen. Mit dem Kloster Beromünster wurde auch die Kirche von „Hackelingen“ am 23. Januar 1045 unter den Schutz des Kaisers gestellt. In einem päpstlichen Schutzbrief für das Kloster Muri sind auch dessen Güter in „Haclingin“ aufgeführt (18. März 1179 / Papst Alexander).
 

Kirche 1

Mit der Eroberung der Freien Ämter durch die Eidgenossen kam auch Hägglingen 1415 unter deren gestrenge Herrschaft. Viel Unbill brachte auch die Zeit der Reformation, als Hägglingen oft im Kampfgebiet der verfeindeten Eidgenossen lag.

In den Jahren 1611/13 raffte eine Pestepidemie einen Viertel der Bevölkerung und drei Pfarrherren dahin, viele Häuser standen leer, ganze Geschlechter starben aus.
 

Villmergerkriege

Die Villmergerkriege (1656 und 1712) brachten wiederum Kriegsschrecken in die Gemeinde. Im Jahre 1656 wurde das ganze Dorf geplündert, die Kirche geschändet und viele Häuser niedergebrannt. Nach dem zweiten Villmergerkrieg stand Hägglingen mit dem ganzen unteren Freiamt unter den Vögten von Zürich, Bern und Glarus.
 

Das Emmet-Kreuz

Emmet-Kreuz

1798 erfolgte der Einmarsch der Franzosen. Das Emmet-Kreuz zeugt noch heute von einem Gefecht zwischen einem französischen Heer und den Innerschweizern unter Oberst Andermatt.

Das Jahr 1803 brachte die neue Verfassung, und es wurde der erste fünfköpfige Gemeinderat bestellt. Die Bürger zeigten sich ihrer Mündigkeit würdig und haben bereits am „14ten Herbstmont, abgemehret, dass das Retschen im Dorf gentzlich soll verboten sein bey 10 Frk. Buss“. 1805 – 1815 erfolgte der Zehnten-Loskauf von Beromünster. Bis 1867 gehörte die Gemeinde Dottikon zur Pfarrei Hägglingen.
 

Lage

Aussicht

Hägglingen liegt am Südhang des „Maiengrün“ zwischen Bünz- und Reusstal etwas abseits der grossen Heerstrassen. Diese ruhige und landschaftlich reizvolle Lage ist der Grund, dass Hägglingen als bevorzugte Wohnlage entdeckt wird. Dennoch ist der Charakter des ursprünglichen Bauerndorfes weitgehend erhalten geblieben.

Aber auch Industrie-, Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe behaupten sich erfolgreich und bieten einem Grossteil der erwerbstätigen Bevölkerung Verdienst in der eigenen Gemeinde.

Die Bevölkerungszahl von Hägglingen hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Alte Quellen nennen im Jahre 1530 einen Einwohnerbestand von ca. 150. An der Volkszählung 1850 wurden 1535 Personen registriert, womit Hägglingen damals drittgrösste Gemeinde des Bezirks war. Um die Jahrhundertwende sank der Einwohnerbestand (Auswanderungswellen) und erreichte den Stand von 1850 erst wieder gegen 1960.
 

Schulen

Schule 1

Im Schulwesen machte sich früh der Einfluß des Chorherrenstiftes Beromünster günstig bemerkbar. Waren es vorerst einzelne Jünglinge, denen im Stift selber eine Ausbildung ermöglicht wurde, ist 1727 erstmals von einem „Schulmeister“ die Rede.
 

1806 konnte das erste stattliche Schulhaus bezogen werden, das gut 100 Jahre seine Dienste leistete. Im Jahre 1866 wurde die erste Fortbildungsschule, Vorgängerin der heutigen Sekundarschule, eingeführt. 1936 ist ein Kindergarten eingerichtet worden. Im Herbst 1965 konnte der Schulhaus-Neubau mit Turnhalle bezogen werden. Nebst Kindergarten und Primarschule führt Hägglingen eine Real/Sekundarschule; die Bezirksschule wird in Dottikon besucht; auch die Kantonsschule Wohlen liegt „vor der Haustüre“.
 

Der Maiengrün Turm

Maiengrün-Turm

Wer schliesslich auf die ganz schnelle Tour einen Überblick über Hägglingen gewinnen will, dem sei ein Besuch auf dem Maiengrün-Turm empfohlen, von wo man ein prächtiges Panorama bewundern kann.
 

Panoramablick vom Maiengrün Turm

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